Bewerber meldet sich nicht
Ein Bewerber, der sich nicht meldet, hat sich meist nicht gegen den Betrieb entschieden, sondern für den schnelleren. Zwischen Bewerbung und Rückruf liegen oft Tage, und in dieser Zeit hat ein anderer Betrieb schon angerufen.
Das Abspringen lässt sich deshalb selten mit einer strengeren Nachricht lösen, sondern fast immer mit einem kürzeren Weg.

Inhalt
Warum sich ein Bewerber nicht mehr meldet
Ein Bewerber meldet sich nicht mehr, wenn der nächste Schritt für ihn unklar, zu aufwendig oder zu spät ist. Die Gründe sind meist dieselben, egal ob es um einen Monteur, eine Bürokraft oder einen Meister geht.
Die Rückmeldung kam zu spät
Wer sich an einem Abend bei mehreren Betrieben bewirbt, nimmt das erste gute Gespräch, das angeboten wird. Der Betrieb, der zuerst anruft, hat den Vorsprung.
Der Bewerber weiß nicht, was jetzt kommt
Eine Eingangsbestätigung ohne nächsten Schritt lässt den Bewerber warten. Wer nicht weiß, ob und wann sich jemand meldet, sucht weiter.
Der Termin passt nicht in seinen Tag
Ein Gespräch um zehn Uhr vormittags heißt für einen Gesellen, sich beim jetzigen Chef freizunehmen. Ein Termin nach Feierabend oder am Telefon ist leichter.
Der jetzige Arbeitgeber hat nachgelegt
Wer ein Gespräch ankündigt, bekommt manchmal ein Gegenangebot. Dagegen hilft nur, früh zu wissen, warum der Bewerber überhaupt wechseln will.


So gelingt das Nachfassen, wenn sich ein Bewerber nicht meldet
Wenn sich ein Bewerber nicht meldet, lohnt ein kurzer, freundlicher Versuch auf dem Weg, den er selbst angegeben hat. Druck und lange E-Mails bringen hier nichts.
Anrufen statt schreiben
Ein Anruf am frühen Abend erreicht Handwerker oft besser als eine E-Mail am Vormittag. Geht keiner ran, kurz auf die Mailbox sprechen, mit Name, Betrieb und Rückrufnummer.
Eine kurze Mail hinterher
Direkt nach dem Anruf eine Mail mit dem Hinweis, dass bald erneut angerufen wird, und der Bitte, ein passendes Zeitfenster zu nennen. Wenige Sätze, ein klarer Vorschlag, kein Vorwurf.
Einen Termin anbieten, keinen verlangen
Mehrere konkrete Zeiten zur Auswahl, eine davon nach Feierabend. Wer nur noch eine Zeit auswählen muss, sagt eher zu.
Den Faden sauber beenden
Bleibt es nach mehreren Versuchen still, eine letzte freundliche Mail: Zeitfenster nennen oder kurz Bescheid geben, falls kein Interesse mehr besteht. Das kostet nichts und bleibt im Gedächtnis.
Bleibt danach alles still, ist das auch eine Antwort. Wer freundlich bleibt, hat trotzdem die Chance, dass sich der Bewerber später doch noch meldet, wenn der andere Betrieb nicht hält, was er versprochen hat.
Vorlagen für die Mail an einen Bewerber, der sich nicht meldet
Eine Mail an einen Bewerber, der sich nicht meldet, funktioniert am besten kurz, sachlich und mit einer klaren Bitte. Die beiden Vorlagen stammen aus unserem Alltag: die erste nach dem ersten Anruf ohne Erfolg, die zweite nach mehreren Versuchen. Die Angaben in geschweiften Klammern werden ersetzt.
Zwei Mails zum Kopieren
Hallo {Vorname}, wir haben gerade versucht, telefonisch Kontakt aufzunehmen. Es geht um die Bewerbung als {Stelle} bei {Firma}. Wir würden gerne vorab kurz telefonisch sprechen und rufen in Kürze erneut an. Also bitte nicht wundern, wenn eine unbekannte Nummer anruft. Falls ein bestimmter Zeitpunkt besser passt, einfach kurz auf diese Mail antworten und ein passendes Zeitfenster nennen. Bei Fragen sind wir jederzeit per Mail oder telefonisch erreichbar.
Hallo {Vorname}, wir haben schon mehrfach versucht, telefonisch zu der Bewerbung als {Stelle} bei {Firma} zu erreichen, leider ohne Erfolg. Bitte kurz auf diese Mail antworten und ein Zeitfenster nennen, in dem ein Anruf gut passt. Dann rufen wir genau dann an. Falls kein Interesse mehr an der Stelle besteht, ebenfalls gerne kurz Bescheid geben. Dann nehmen wir die Bewerbung aus dem Verfahren. Bei Fragen sind wir jederzeit per Mail oder telefonisch erreichbar.

Wie sich verhindern lässt, dass Bewerber sich nicht mehr melden
Dass sich Bewerber nicht mehr melden, verhindert vor allem Tempo zwischen Bewerbung und erstem Gespräch. Bei unseren Kampagnen bekommt jeder Bewerber direkt eine Eingangsbestätigung und innerhalb von 24 Stunden (werktags) einen Anruf, in dem wir ihn vorqualifizieren, bevor er beim Betrieb ankommt. Der Betrieb spricht danach nur noch mit Leuten, die wissen, worum es geht, und die ein Gespräch wirklich wollen.
Bei MultiProfil kamen 118 Bewerbungen in 5 Wochen zusammen. Wie die Vorqualifizierung im Einzelnen abläuft, steht unter Mitarbeiter finden.
Fragen, wenn sich ein Bewerber nicht meldet
Wie oft sollte man nachfassen, wenn sich ein Bewerber nicht meldet?
Mehrere Anrufe zu unterschiedlichen Zeiten, dazu eine kurze Mail nach dem ersten Versuch und eine letzte nach mehreren Versuchen, reichen. Wer danach weiter anruft, wirkt bedrängend, und das spricht sich herum.
Ist es unhöflich, wenn sich ein Bewerber nicht meldet?
Unhöflich ist es, entscheidend ist aber etwas anderes: Meist hat der Bewerber schneller eine Zusage bekommen oder wusste nicht, was als Nächstes passiert. Beides kann der Betrieb beeinflussen.
Was tun, wenn ein Bewerber zum Vorstellungsgespräch nicht erscheint?
Am selben Tag einmal anrufen und einen neuen Termin anbieten. Manchmal kam wirklich etwas dazwischen. Kommt keine Antwort, ist die Sache erledigt, und die Kraft gehört den Bewerbern, die kommen.
Herausgeber: Redline Grow, Stuttgart. Verantwortlich für den Inhalt: Danial Kashanian.
Zuletzt geprüft am . Geprüft heißt: Jede Zahl auf dieser Seite wurde an diesem Tag gegen die Quelle gehalten, die im Quellenkasten steht.
Zu jeder Zahl ist festgehalten, was genau gezählt wird, auf welchen Zeitraum sie sich bezieht und wo sie nachprüfbar steht. Das steht öffentlich auf Zahlen und Quellen.
Bewerber anrufen, bevor es ein anderer tut? Das übernehmen wir.
Im Erstgespräch klären wir, welche Stelle offen ist und wie wir Bewerber für den Betrieb erreichen, anrufen und vorqualifizieren.
