Headhunter · Honorare und Modelle
Headhunter-Kosten: ungefähr ein Drittel eines Jahresgehalts
Die Kosten für einen Headhunter liegen bei 25 bis 35 Prozent des Bruttojahreszielgehalts, im Schnitt bei 27,5 Prozent laut Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen. Diese Provision zahlt der Betrieb für eine einzige Besetzung, und ob sich das rechnet, hängt weniger am Prozentsatz als an der Stelle: Bei einer Führungsposition kann das Honorar gut angelegt sein, bei einer Fachkraftstelle im Handwerk kommt oft gar kein Angebot zustande.

Beispielrechnung
Annahme 45.000 €
- 25 Prozentuntere Spanne11.250 €
- 27,5 ProzentVerbandsschnitt 202412.375€
- 35 Prozentobere Spanne15.750 €
Honorar für eine einzige Besetzung
POS. 01
Wie ein Headhunter abrechnet
Ein Headhunter rechnet fast immer nach derselben Grundlage ab: einem Prozentsatz vom Bruttojahreszielgehalt der Stelle, die besetzt wird. Gemeint ist in der Regel alles, was der neue Mitarbeiter im ersten Jahr verdienen soll, nicht bloß das Monats- oder Grundgehalt. Wer eine Stelle höher ausschreibt, erhöht damit automatisch auch das Honorar.
Der übliche Rahmen liegt nach übereinstimmenden Angaben der Anbieter bei 25 bis 35 Prozent. Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen erhebt diese Zahl jährlich und nennt für 2024 einen Durchschnitt von 27,5 Prozent des Zieleinkommens, nach 28 Prozent im Jahr davor. Es ist die einzige Zahl eines Branchenverbands auf dieser Seite, und sie liegt höher, als viele Betriebe schätzen.
Wann gezahlt wird, hängt am Modell. Beim reinen Erfolgshonorar wird nur fällig, wenn jemand unterschreibt. Beim Retainer, der bei aufwendigen Suchen üblich ist, zahlt der Betrieb in drei Raten: ein Drittel bei Auftragserteilung, ein Drittel bei Vorlage der Kandidatenliste, ein Drittel bei Vertragsunterzeichnung.
Beim Retainer fließen damit zwei Drittel des Honorars, bevor überhaupt feststeht, ob jemand anfängt. Wer diese Vertragsart wählt, kauft eine Suche und kein Ergebnis. Das kann sinnvoll sein, aber ob es sich lohnt, entscheidest Du vor der Unterschrift und nicht erst nach der zweiten Rechnung.
Auftragserteilung
Kandidatenliste
Vertragsunterzeichnung
Was kostet die Besetzung Deiner Stelle?
Was die Besetzung Deiner Stelle kostet, hängt am Bruttojahreszielgehalt, und das lässt sich hier einstellen. Gerechnet wird mit den drei Sätzen aus dem Abschnitt darüber, alle Beträge zuzüglich Umsatzsteuer.
25 Prozent
unteres Ende der Anbieterspanne
11.250 €
27,5 Prozent
Durchschnitt laut BDU für 2024
12.375 €
35 Prozent
oberes Ende der Anbieterspanne
15.750 €
Beim Drittel-Modell wären das dreimal 4.125 Euro, fällig bei Auftragserteilung, bei Vorlage der Kandidatenliste und bei Vertragsunterzeichnung. Zwei Drittel fließen damit, bevor feststeht, ob jemand anfängt.
Unter dieser Zahl wird es oft gar kein Angebot geben. Ein Teil der spezialisierten Personalberatungen nimmt Suchaufträge erst ab rund 75.000 Euro Jahreszielgehalt an. Für die meisten Fachkraftstellen im Handwerk ist die Frage nach dem Honorar deshalb zweitrangig.
Das Honorar deckt genau eine Besetzung ab. Kommt der Mitarbeiter nach acht Monaten zu dem Schluss, dass es doch nicht passt, ist es in aller Regel trotzdem bezahlt. Was dann greift, regelt die Nachbesetzungsklausel, und die unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter deutlich: manchmal eine kostenfreie Nachsuche, manchmal nur eine anteilige Erstattung. Bei der nächsten offenen Stelle beginnt die Rechnung wieder von vorn.
POS. 02
Was Personalvermittlung kostet, und wo der Unterschied liegt
Personalvermittlung wird häufig ähnlich wie Headhunting abgerechnet: über eine Provision auf das Bruttojahreszielgehalt. Wer Angebote nebeneinanderlegt, vergleicht deshalb vor allem Prozentsätze und die Leistung, die dafür erbracht wird.
Unterschiede gibt es im Vorgehen: Headhunting meint in der Praxis die aktive Ansprache von Menschen, die gar nicht suchen, während Personalvermittlung häufiger aus einem vorhandenen Kandidatenkreis bedient wird. Das erste ist aufwendiger, das zweite meist schneller, und am Ende steht bei beiden dieselbe Rechnung. Wie sich Personalvermittlung gegen eine eigene Social-Recruiting-Kampagne rechnet, steht unter Social Recruiting oder Personalvermittlung.
Drei Punkte entscheiden über die tatsächliche Summe, und sie stehen selten im ersten Angebot: ob der Prozentsatz vom Grundgehalt oder vom Zieleinkommen mit variablen Anteilen gerechnet wird, ob es eine Mindestpauschale gibt, die bei niedrigen Gehältern greift, und was passiert, wenn die Person in der Probezeit geht. Danach zu fragen kostet nichts und verändert die Summe oft mehr als der Prozentsatz selbst.
POS. 03
Was im Honorar eines Headhunters enthalten ist
Im Honorar eines Headhunters ist nach übereinstimmenden Angaben der Anbieter die ganze Suche bis zur Unterschrift enthalten. Dazu gehören das Gespräch über die Stelle und das Anforderungsprofil, die Recherche, wer im Markt überhaupt in Frage kommt, die persönliche Ansprache dieser Leute, die ersten Auswahlgespräche und die Vorstellung der passenden Kandidaten bei Dir. Viele begleiten danach auch die Verhandlung über Gehalt und Eintrittstermin.
Nicht enthalten ist die Entscheidung. Die Gespräche mit den vorgestellten Kandidaten führst Du selbst, und wie viele es sind, hängt davon ab, wie eng die Stelle ist. Wer ein Angebot vergleicht, fragt deshalb nicht nur nach dem Prozentsatz, sondern auch danach, wie viele Kandidaten vorgestellt werden und wie gründlich sie vorher geprüft sind.
POS. 04
Welche Kosten zum Honorar dazukommen
Zum Honorar eines Headhunters kommen häufig Kosten dazu, die im Prozentsatz nicht stecken und im ersten Angebot leicht übersehen werden. Der größte Posten ist oft die Umsatzsteuer: Honorare werden in der Regel netto angegeben, die Steuer kommt auf die Rechnung obendrauf.
Dazu kommen, je nach Vertrag, Reisekosten der Berater, Kosten für Stellenanzeigen, wenn neben der Direktansprache auch inseriert wird, und Auslagen für Eignungstests oder Referenzprüfungen. Die Reisekosten der Kandidaten zum Vorstellungsgespräch trägt meist ebenfalls der Betrieb. Keiner dieser Posten ist ungewöhnlich, aber jeder sollte vorher mit einer Obergrenze im Vertrag stehen.
Ein Posten steht in keiner Rechnung und kostet trotzdem: die eigene Zeit für Gespräche, Abstimmungen und die Einarbeitung. Die fällt bei jedem Weg an, über den Du Personal suchst, und gehört deshalb in den Vergleich, nicht nur in die Rechnung des Headhunters.
POS. 05
Was gilt, wenn die Besetzung scheitert
Wenn die Besetzung scheitert, entscheidet der Vertrag, was Du trotzdem bezahlst, und dabei sind drei Fälle zu unterscheiden. Findet der Headhunter niemanden, ist beim reinen Erfolgshonorar nichts fällig. Beim Retainer sind die ersten beiden Raten dagegen bezahlt, weil sie für die Suche selbst gezahlt werden und nicht für ihr Ergebnis.
Sagt der Kandidat nach der Unterschrift ab oder tritt die Stelle gar nicht erst an, regeln das die Verträge sehr unterschiedlich. Manche Anbieter suchen dann ohne weiteres Honorar weiter, andere rechnen trotzdem ab, weil der Arbeitsvertrag zustande gekommen ist. Diese Stelle im Vertrag lohnt einen zweiten Blick.
Geht der neue Mitarbeiter in der Probezeit, greift die Nachbesetzungsgarantie, sofern es eine gibt. Sie ist fast immer an Bedingungen geknüpft, etwa daran, dass die Kündigung nicht vom Betrieb ausging oder dass Du den Abgang innerhalb einer Frist meldest. Ob sie eine kostenfreie Nachsuche oder nur eine anteilige Erstattung bedeutet, steht im Kleingedruckten.
Was vor der Unterschrift im Vertrag stehen sollte:
- worauf der Prozentsatz gerechnet wird, Grundgehalt oder Zieleinkommen mit variablen Anteilen
- wann welche Rate fällig wird und ob eine Mindestpauschale gilt
- welche Nebenkosten abgerechnet werden, mit Obergrenze, und ob die Beträge netto sind
- ob der Auftrag exklusiv ist und wie er sich kündigen lässt
- was bei Absage nach der Unterschrift und bei Kündigung in der Probezeit gilt, mit Dauer und Bedingungen der Garantie

Bei einer Kampagne über uns stellt sich die Frage anders, weil dort kein Honorar je Besetzung anfällt. Ob und welche Garantie gilt, legen wir für jedes Projekt einzeln fest und vereinbaren sie schriftlich, etwa als Einstellungsgarantie.
POS. 06
Wofür ein Headhunter das richtige Mittel ist
Ein Headhunter ist bei Führungspositionen das richtige Mittel, weil die Menschen dafür selten aktiv suchen. Wer eine Werkstatt, eine Baustelle oder einen Betriebsteil führt, ist eingebunden und wird gebraucht, schaut deshalb kaum auf Stellenportale und wechselt meist nur, wenn ihn jemand gezielt anspricht.
Das deckt sich mit unseren eigenen Zahlen: Werkstattmeister kommen in unserer Auswertung auf einen Median von 13 Bewerbungen, Bauingenieure auf 20, beide unter dem mittleren Beruf der Liste, obwohl es Stellen mit langer Qualifikation sind.
Dasselbe gilt für sehr enge Spezialistenstellen, bei denen der erreichbare Kreis bundesweit vielleicht aus ein paar Dutzend Leuten besteht. Reichweite ist dort das falsche Werkzeug, weil es nichts bringt, viele Menschen zu erreichen, wenn die richtigen nicht darunter sind.
Bei der Fachkraftstelle im Handwerk ist es umgekehrt: Der erreichbare Kreis ist groß genug, dass Reichweite trägt, während das Honorar in keinem Verhältnis zum Ergebnis steht. Viele Personalberatungen nehmen solche Aufträge ohnehin nicht an, weil das Zielgehalt unter ihrer Schwelle liegt. Wann ein Headhunter im Handwerk trotzdem passt, steht unter Headhunter im Handwerk.

POS. 07
Was kostet ein Headhunter den Bewerber?
Einen Bewerber kostet die Vermittlung in aller Regel nichts. Das Honorar zahlt der Betrieb, der sucht, und zwar unabhängig davon, ob jemand über eine Anzeige kommt oder angesprochen wurde. Wer als Fachkraft einen Anruf von einem Headhunter bekommt, muss also nicht mit einer Rechnung rechnen.
Ganz ausnahmslos ist das aber nicht, und der oft gelesene Satz „für Bewerber ist es immer kostenlos" stimmt in dieser Form nicht. Ein Vermittler darf von einem Arbeitsuchenden Geld verlangen, aber nur unter engen Bedingungen: Der Vertrag braucht Schriftform, die Vergütung wird nur fällig, wenn der Arbeitsvertrag tatsächlich durch die Vermittlung zustande gekommen ist, und sie ist auf 2.000 Euro einschließlich Umsatzsteuer begrenzt.
Bei geringfügiger Beschäftigung ist gar keine Vergütung zulässig. Das steht in Paragraf 296 SGB III.
Praktisch heißt das: Wer vorab Geld dafür verlangt, ein Profil anzulegen, Unterlagen weiterzuleiten oder in eine Datenbank aufgenommen zu werden, arbeitet nicht nach dieser Regel. Für eine Beratung wie ein Bewerbungscoaching zu bezahlen kann sinnvoll sein, für die Vermittlung selbst nicht.
Pos. 08
Headhunter-Honorar oder eigene Kampagne
Das Honorar eines Headhunters lässt sich auch in eine eigene Kampagne stecken, und für einen Betrieb mit 15 Mitarbeitern ist ein Betrag in dieser Größenordnung kein Nebenposten. Deshalb lohnt die Frage, was derselbe Betrag an anderer Stelle bewegt, etwa in einer Kampagne, mit der ein Betrieb selbst Mitarbeiter findet. Dafür haben wir eine eigene Auswertung: 181 Kampagnen von Oktober 2024 bis September 2026, verteilt auf 107 Betriebe.
Kfz-Mechatroniker liegen in dieser Auswertung bei einem Median von 23 qualifizierten Bewerbungen je Kampagne, erhoben über 22 Kampagnen in 22 Betrieben, und das ist die Zeile mit den meisten Fällen. Wie es in den anderen Berufen der Auswertung aussieht, 29 insgesamt, und wo sie ihre Grenze hat, steht auf Bewerbungen pro Stelle.
Über den Headhunter
12.375 €
Ein Kandidat, ein Honorar von 12.375 Euro beim Durchschnittssatz. Bei der nächsten offenen Stelle beginnt dasselbe von vorn, zum gleichen Preis.
Über eine eigene Kampagne
23qualifizierte Bewerbungen je Kampagne im Median, Kfz-Mechatroniker
Mehrere Bewerbungen auf dieselbe Stelle, aus denen der Betrieb auswählt. Vorher rufen wir die eingehenden Bewerbungen zeitnah persönlich an und qualifizieren sie nach den vereinbarten Kriterien vor. Das Material aus dem Betrieb bleibt und lässt sich für die nächste Stelle wiederverwenden. Was eine Kampagne kostet, hängt am Beruf und am Umkreis und steht im Angebot.
Ehrlich dazu gehört, dass ein Headhunter etwas kann, was eine Kampagne nicht leistet, nämlich jemanden zu erreichen, der nirgends sucht und auf keine Anzeige reagiert. Für eine Führungsstelle ist das häufig der einzige gangbare Weg, für die Stelle in der Werkstatt dagegen der teuerste von allen.
Ob sich der zweite Weg lohnt, zeigt sich daran, dass Betriebe wiederkommen und beim zweiten Mal häufig dauerhafte Sichtbarkeit buchen statt der nächsten Einzelsuche. Statt eines Honorars nach Erfolg kann eine Garantie im Vertrag stehen, die zu Stelle und Ausgangslage passt, etwa eine schriftliche Einstellungsgarantie.
Die Fälle mit Namen, Beruf und Zahl stehen bei den Referenzen, und wie sich das Ganze zu Zeitarbeit verhält, steht auf Zeitarbeit im Handwerk. Worauf es bei der Wahl einer Agentur ankommt, steht unter Recruiting-Agentur fürs Handwerk.

Was die Besetzung je Gewerk kosten würde
Die Besetzung einer Stelle über einen Headhunter kostet je Gewerk unterschiedlich viel, weil die Gehälter unterschiedlich hoch liegen. Gerechnet ist mit dem oberen Ende der Spanne, also mit dem für den Betrieb teuersten Fall, und die letzte Spalte zeigt, ob eine spezialisierte Personalberatung den Suchauftrag überhaupt annimmt.
| Gewerk | Jahresgehalt bis | 25 % | 27,5 % | 35 % | Suchauftrag |
|---|---|---|---|---|---|
| Bauleiter | 75.000 € | 18.750 € | 20.625 € | 26.250 € | erreicht die Schwelle |
| Servicetechniker | 55.000 € | 13.750 € | 15.125 € | 19.250 € | meist keine Annahme |
| Elektroniker | 52.000 € | 13.000 € | 14.300 € | 18.200 € | meist keine Annahme |
| Anlagenmechaniker SHK | 50.000 € | 12.500 € | 13.750 € | 17.500 € | meist keine Annahme |
| Kfz-Mechatroniker | 48.000 € | 12.000 € | 13.200 € | 16.800 € | meist keine Annahme |
| Metallbauer | 48.000 € | 12.000 € | 13.200 € | 16.800 € | meist keine Annahme |
| Zimmerer | 48.000 € | 12.000 € | 13.200 € | 16.800 € | meist keine Annahme |
| Dachdecker | 46.000 € | 11.500 € | 12.650 € | 16.100 € | meist keine Annahme |
Von acht Gewerken erreicht genau eines die Schwelle von 75.000 Euro, und auch das nur am oberen Ende seiner Spanne. Die Gehälter sind Erfahrungswerte aus den Onboardings mit Kundenbetrieben und keine Erhebung. Die drei Sätze und die Schwelle sind unten im Quellenkasten belegt.
Handwerk, Bau und Kfz
Viele Handwerksstellen liegen unter der Aufnahmeschwelle
Viele Handwerksstellen liegen unter der Aufnahmeschwelle, ab der ein Teil der spezialisierten Personalberatungen überhaupt Suchaufträge annimmt. Diese Schwelle liegt im Bereich von 75.000 Euro Jahreszielgehalt, und sie hat einen betriebswirtschaftlichen Grund: Bei einer Stelle mit 40.000 Euro bleiben selbst bei 30 Prozent nur 12.000 Euro Honorar, und davon lässt sich eine aufwendige Direktansprache kaum bezahlen.
Das eigentliche Problem für Handwerk, Bau und Kfz ist deshalb nicht der Preis.
Was diese Schwelle für die einzelnen Gewerke bedeutet, zeigt sich erst mit den Gehältern daneben. Die Werte stammen aus unseren Onboardings mit Kundenbetrieben und sind Erfahrungswerte, keine Statistik:
Bauleiter
55.000 bis 75.000 €
Servicetechniker
42.000 bis 55.000 €
Elektroniker
40.000 bis 52.000 €
Anlagenmechaniker SHK
40.000 bis 50.000 €
Kfz-Mechatroniker
38.000 bis 48.000 €
Metallbauer
38.000 bis 48.000 €
Zimmerer
38.000 bis 48.000 €
Dachdecker
36.000 bis 46.000 €
Schwelle vieler Personalberatungen: 75.000 €
Ein voller Balken entspricht dieser Schwelle. Nur die Bauleiterstelle reicht am oberen Ende heran.
Keine dieser Stellen erreicht die Schwelle sicher. Selbst der Bauleiter kommt nur am oberen Ende seiner Spanne dort an, und das ist die bestbezahlte Position in dieser Liste. Für einen Betrieb heißt das, dass der Anruf beim Headhunter oft nicht am Honorar scheitert, sondern daran, dass die Suche gar nicht angenommen wird.
Die öffentliche Statistik stützt das Bild. Das Statistische Bundesamt weist für April 2025 einen Durchschnittsverdienst von 4.125 Euro brutto im Monat für Vollzeitbeschäftigte mit anerkannter Berufsausbildung aus, also rund 49.500 Euro im Jahr. Maurer liegen bei 3.910 Euro im Monat, Werkzeugmechaniker bei 4.179. Alle drei Werte liegen mitten in unseren Spannen und deutlich unter der Schwelle.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag der Median-Bruttojahresverdienst über alle Vollzeitbeschäftigten in Deutschland 2025 bei 54.066 Euro. Die Schwelle von 75.000 Euro liegt also nicht nur über den Handwerksgehältern, sie liegt über dem, was die Hälfte aller Vollzeitbeschäftigten in diesem Land verdient.
Bekommst Du trotzdem ein Angebot, lohnt vor jeder Honorarverhandlung eine Frage: Wie viele vergleichbare Stellen hat der Anbieter im letzten Jahr in diesem Gewerk besetzt? Die Antwort sagt mehr über die Aussichten der Suche als der Prozentsatz.
Dazu kommt ein Punkt, der mit Geld nichts zu tun hat: Direktansprache funktioniert dort, wo Menschen beruflich sichtbar sind, in Netzwerken, Verzeichnissen und Fachgremien. Ein Anlagenmechaniker oder ein Zimmerer ist dort selten zu finden, weil er kein gepflegtes Profil hat, in dem steht, was er kann.
Die Zahlen dieser Seite in je einem Satz
- Das durchschnittliche Honorar deutscher Personalberatungen lag 2024 bei 27,5 Prozent des Zieleinkommens, nach 28 Prozent im Jahr davor. Quelle: Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen, Facts and Figures zum Personalberatungsmarkt, Ausgabe 2025.
- Bei einem Jahreszielgehalt von 45.000 Euro entspricht dieser Durchschnittssatz 12.375 Euro Honorar für eine einzige Besetzung, die Spanne der Anbieter reicht von 11.250 bis 15.750 Euro.
- Ein Teil der spezialisierten Personalberatungen nimmt Suchaufträge erst ab rund 75.000 Euro Jahreszielgehalt an. Von den acht Gewerken in unserer Gehaltsübersicht erreicht diese Schwelle nur der Bauleiter, und auch nur am oberen Ende seiner Spanne. Erfahrungswerte aus Onboardings mit Kundenbetrieben, Stand 14. August 2026.
- Der Median-Bruttojahresverdienst aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland lag 2025 bei 54.066 Euro. Die Aufnahmeschwelle vieler Personalberatungen liegt damit über dem, was die Hälfte aller Vollzeitbeschäftigten verdient. Quelle: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung April 2025.
- Für Kfz-Mechatroniker liegt der Median bei 23 qualifizierten Bewerbungen je Kampagne, erhoben über 22 Kampagnen in 22 Betrieben. Grundlage ist die eigene Auswertung über 181 Kampagnen, Stand 09.09.2026.
Fragen zu Honorar und Ablauf
Was kostet ein Headhunter?
Ein Headhunter kostet üblicherweise 25 bis 35 Prozent des Bruttojahreszielgehalts der besetzten Stelle. Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen nennt für 2024 einen Durchschnitt von 27,5 Prozent. Bei einem Jahresgehalt von 45.000 Euro sind das rund 11.250 bis 15.750 Euro für eine Besetzung.
Wie viel Provision bekommt ein Headhunter?
Ein Headhunter bekommt als Provision üblicherweise 25 bis 35 Prozent des Bruttojahreszielgehalts der besetzten Stelle, der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen nennt für 2024 einen Durchschnitt von 27,5 Prozent. Bezahlt wird sie vom Betrieb, der sucht, beim Erfolgshonorar erst mit der Unterschrift, beim Retainer in drei Raten.
Zahle ich nur bei Erfolg?
Beim reinen Erfolgshonorar zahlt der Betrieb nur, wenn jemand unterschreibt. Beim Retainer, der bei aufwendigen Suchen üblich ist, läuft die Zahlung in drei Raten: ein Drittel bei Auftragserteilung, ein Drittel bei Vorlage der Kandidatenliste, ein Drittel bei Vertragsunterzeichnung. Die ersten zwei Drittel fließen also unabhängig davon, ob am Ende jemand anfängt.
Was ist im Honorar eines Headhunters enthalten?
Im Honorar eines Headhunters ist nach Angaben der Anbieter die ganze Suche bis zur Unterschrift enthalten: Anforderungsprofil, Recherche im Markt, persönliche Ansprache, erste Auswahlgespräche und die Vorstellung der passenden Kandidaten. Die Gespräche mit diesen Kandidaten und die Entscheidung bleiben beim Betrieb.
Welche Nebenkosten kommen beim Headhunter dazu?
Zum Honorar eines Headhunters kommt häufig die Umsatzsteuer hinzu, weil Honorare in der Regel netto angegeben werden. Je nach Vertrag rechnet er außerdem Reisekosten, Anzeigenkosten und Auslagen für Tests oder Referenzprüfungen ab, und die Reisekosten der Kandidaten trägt meist der Betrieb. Jeder dieser Posten sollte vorher mit einer Obergrenze im Vertrag stehen.
Kostet ein Headhunter den Bewerber etwas?
In aller Regel nicht, das Honorar zahlt der Betrieb, der sucht. Ein Vermittler darf von einem Arbeitsuchenden nur unter engen Bedingungen Geld verlangen: Der Vertrag braucht Schriftform, die Vergütung wird nur fällig, wenn der Arbeitsvertrag tatsächlich durch die Vermittlung zustande gekommen ist, und sie ist auf 2.000 Euro einschließlich Umsatzsteuer begrenzt. Bei geringfügiger Beschäftigung ist gar keine Vergütung zulässig. Das steht in Paragraf 296 SGB III. Wer vorab Geld für ein Profil oder eine Aufnahme in eine Datenbank verlangt, arbeitet nicht danach.
Lohnt sich ein Headhunter für einen Handwerksbetrieb?
Für eine Führungsposition oder eine sehr enge Spezialistenstelle kann ein Headhunter das Richtige sein, weil beide über gezielte Ansprache besetzt werden und nicht über Reichweite. Für eine Fachkraftstelle im Handwerk ist er selten wirtschaftlich, und viele Personalberatungen nehmen solche Suchaufträge auch gar nicht an.
Ab welchem Gehalt arbeiten Headhunter?
Ein Teil der spezialisierten Personalberatungen nimmt Suchaufträge erst ab Jahreszielgehältern im Bereich von 75.000 Euro an, weil das Honorar sonst den Aufwand nicht deckt. Zum Vergleich: Nach unseren Erfahrungswerten aus den Onboardings liegen Gesellen mit Erfahrung je nach Gewerk zwischen 36.000 und 55.000 Euro, ein Bauleiter zwischen 55.000 und 75.000. Für die meisten Handwerksstellen kommt also gar kein Angebot zustande.
Was passiert, wenn der Kandidat wieder geht?
Die meisten Anbieter geben eine Nachbesetzungsgarantie über einige Monate, und was sie umfasst, unterscheidet sich stark: manchmal eine kostenfreie Nachsuche, manchmal nur eine anteilige Erstattung. Diese Klausel gehört vor der Unterschrift gelesen, nicht erst nach der Kündigung.
Was ist der Unterschied zwischen Headhunter und Personalvermittlung?
Headhunting meint meist die aktive Direktansprache von Menschen, die gar nicht suchen, während Personalvermittlung häufiger aus einem vorhandenen Kandidatenpool bedient wird. In der Praxis werden beide Begriffe oft gleich verwendet, und für die Kosten macht der Unterschied weniger aus als für das Vorgehen.
Wie hoch sind die Kosten für eine Recruiting-Agentur?
Eine Recruiting-Agentur berechnet ihre Arbeit und das Werbebudget in der Regel getrennt, während ein Headhunter einen Prozentsatz vom Jahresgehalt je Besetzung nimmt. Die Agentur, die über Reichweite arbeitet, rechnet damit unabhängig davon ab, wie viele Menschen am Ende anfangen, und genau das ist der wichtigste Unterschied beim Preisvergleich.
Wie viel kostet eine Personalvermittlung?
Personalvermittlung wird häufig ähnlich abgerechnet wie Headhunting: über eine Provision auf das Bruttojahreszielgehalt, fällig bei Vertragsunterschrift. Der Unterschied zum Headhunting liegt vor allem im Vorgehen.
Wer bezahlt einen Headhunter?
Den Headhunter bezahlt der Betrieb, der sucht. Für einen Bewerber ist die Vermittlung in aller Regel kostenlos, und das Gesetz setzt Ausnahmen davon enge Grenzen.
Welcher Headhunter ist der richtige?
Der richtige Headhunter beantwortet drei Fragen klar, bevor ein Angebot unterschrieben wird: ab welchem Zielgehalt er Aufträge annimmt, ob er vom Grundgehalt oder vom Zieleinkommen rechnet und was passiert, wenn die Person in der Probezeit geht. Wer bei der dritten Frage ausweicht, ist der falsche.
Welche Vor- und Nachteile hat ein Headhunter?
Für einen Headhunter spricht, dass er Menschen einzeln anspricht, die gar nicht suchen, und dass der Betrieb dafür selbst kaum Zeit aufwenden muss. Dagegen spricht der Preis, und dass viele Personalberatungen gewerbliche Fachkraftstellen gar nicht erst annehmen, weil das Zielgehalt unter ihrer Schwelle liegt.
Drei belegte Fälle dazu
Drei belegte Fälle zeigen Stellen, die ein Headhunter üblicherweise nicht annimmt, weil das Zielgehalt unter seiner Schwelle liegt, und alle drei sind über Reichweite besetzt worden.
Tief- und Straßenbau
WAGNER Strassen-, Tief- & Rohrleitungsbau GmbH
Bauleiter und Tiefbaufacharbeiter · 63 Bewerbungen
Industrie
Berger-Consult GmbH
Anwendungstechniker, Bürokraft und Außendienst · 195 Bewerbungen
Metallverarbeitung
Aluminium Halbzeuge und Zuschnitte GmbH
Industriekauffrau, Maschinenbediener und Zerspanungsmechaniker · 102 Bewerbungen
Wie das im eigenen Gewerk aussieht
Ein Honorar rechnet sich je nach Gewerk unterschiedlich, weil der erreichbare Kreis unterschiedlich groß ist. Die vier Seiten dazu zeigen je Gewerk die belegten Fälle, die Wechselgründe und die Berufe.
Führungsstelle oder Fachkraft?
Führungsstelle oder Fachkraft ist die Frage, an der sich entscheidet, ob ein Headhunter oder eine eigene Kampagne der bessere Weg ist. Im Erstgespräch gehen wir Stelle, Umkreis und Wechselgründe durch und sagen Dir offen, womit Du rechnen kannst, auch dann, wenn für Deinen Fall die Direktansprache das bessere Mittel ist.
Quellen und Stand
Der Durchschnittssatz von 27,5 Prozent stammt aus der Studie Facts and Figures zum Personalberatungsmarkt des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberatungen, Ausgabe 2025, bezogen auf das Jahr 2024; im Jahr davor waren es 28 Prozent. Zuletzt am 17. August 2026 beim Verband nachgesehen. Es gibt eine neuere Ausgabe, die Studie ist aber kostenpflichtig, und die Honorarsätze stehen in keiner der frei zugänglichen Veröffentlichungen des Verbands. Die 27,5 Prozent sind damit der aktuellste Wert, den wir belegen können.
Die Spanne von 25 bis 35 Prozent, das Drittel-Modell beim Retainer und die Mindestschwellen einzelner Personalberatungen sind übereinstimmende Angaben von Anbietern und Fachportalen, keine amtlichen Zahlen. Die Gehaltsspannen der Gewerke sind Erfahrungswerte aus unseren Onboardings mit Kundenbetrieben und ebenfalls keine Statistik. Die amtlichen Vergleichswerte stammen vom Statistischen Bundesamt, Verdiensterhebung April 2025, und beziehen sich auf Vollzeitbeschäftigte. Das Jahresgehalt von 45.000 Euro im Rechenbeispiel ist eine Annahme und ersetzt keine Gehaltsstatistik.
Die Angaben zur Vergütung durch Arbeitsuchende stammen aus Paragraf 296 SGB III in der Fassung von gesetze-im-internet.de, abgerufen am 26. August 2026.
Alle Angaben zu qualifizierten Bewerbungen und Kampagnen stammen aus unserer eigenen Erhebung, Stand 09.09.2026. Methode, Ausschlüsse und Grenzen stehen vollständig auf Bewerbungen pro Stelle. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.
Herausgeber: Redline Grow, Stuttgart. Verantwortlich für den Inhalt: Danial Kashanian.
Zuletzt geprüft am . Geprüft heißt: Jede Zahl auf dieser Seite wurde an diesem Tag gegen die Quelle gehalten, die im Quellenkasten steht.
Zu jeder Zahl ist festgehalten, was genau gezählt wird, auf welchen Zeitraum sie sich bezieht und wo sie nachprüfbar steht. Das steht öffentlich auf Zahlen und Quellen.
