Fachkräftemangel · 181 Kampagnen ausgewertet
Der Fachkräftemangel trifft nicht das Handwerk, sondern einzelne Berufe
Der Fachkräftemangel im Handwerk wird meist als ein Block beschrieben, der alle Betriebe gleich trifft, und genau daran scheitert der Begriff. Aus 181 eigenen Kampagnen in 107 Betrieben kommen zwei Befunde, die diesem Bild widersprechen, und der zweite wiegt schwerer, weil ein einzelner Betrieb daran etwas ändern kann.
Befund 1
Faktor 5
So weit liegen der gefragteste und der knappste Beruf auseinander, gemessen am Median der qualifizierten Bewerbungen je Stelle. Ein Durchschnitt über das gesamte Handwerk verdeckt genau diesen Abstand.
Befund 2
9 von 13
Bei so vielen Berufen liegen die schwächste und die stärkste Kampagne weiter auseinander als der gefragteste und der knappste Beruf. Für die eigene Stelle zählt damit der Betrieb mehr als das Gewerk.
Wo der Mangel tatsächlich sitzt
Der Mangel sitzt in einzelnen Berufen und nicht im Handwerk als Ganzem. Die Grafik zeigt den Median der qualifizierten Bewerbungen je offener Stelle für die 13 Berufe mit mindestens 5 Kampagnen.
Serviceberatung und Serviceannahme
50 Bewerbungen · 7 Kampagnen
Verkäufer
44 Bewerbungen · 8 Kampagnen
Lager und Logistik
43 Bewerbungen · 6 Kampagnen
Servicetechniker und Monteur
27 Bewerbungen · 11 Kampagnen
Kfz-Mechatroniker
23 Bewerbungen · 22 Kampagnen
Kaufmännische Mitarbeiter
23 Bewerbungen · 11 Kampagnen
Zimmerer
23 Bewerbungen · 8 Kampagnen
Anlagenmechaniker SHK
22 Bewerbungen · 10 Kampagnen
Elektroniker
20 Bewerbungen · 11 Kampagnen
Bauingenieur und Projektleitung
20 Bewerbungen · 6 Kampagnen
Ausbildungsstellen
18 Bewerbungen · 5 Kampagnen
Werkstattmeister und Werkstattleiter
13 Bewerbungen · 6 Kampagnen
Schreiner und Tischler
10 Bewerbungen · 5 Kampagnen
Eine Stelle in der Serviceberatung und Serviceannahme bringt im Median 50 Bewerbungen, eine Stelle als Schreiner und Tischler bringt 10. In beiden Berufen liefen die Kampagnen mit derselben Bewerbungsstrecke, derselben telefonischen Vorqualifizierung und derselben Agentur. Der naheliegende Unterschied ist die Zahl der Menschen, die für den jeweiligen Beruf überhaupt erreichbar sind.
Auffällig ist, welche Berufe unten stehen: Schreiner und Tischler mit einem Median von 10 Bewerbungen und Werkstattmeister und Werkstattleiter mit 13. Das sind Berufe mit Ausbildung und Verantwortung, keine Hilfstätigkeiten. Wer daraus schließt, dass Reichweite dort nichts bringt, verwechselt die Größe des Kreises mit der Frage, ob man ihn erreicht.
Wie sich das je Gewerk unterscheidet, steht auf den Seiten zur Mitarbeitergewinnung im Handwerk und zur Mitarbeitergewinnung in der Industrie. Weitere Auswertungen und Ratgeber sammeln wir im Ratgeber für Handwerksbetriebe.

Die vollständige Tabelle mit allen 29 Berufen, dem Durchschnitt, der Spannweite und der Methode steht auf Bewerbungen pro Stelle. Dort steht auch, wie die Kampagnen den Berufen zugeordnet wurden und welche sich keinem Beruf eindeutig zuordnen ließ.
Zwei Betriebe im selben Gewerk liegen weiter auseinander als zwei Gewerke
Bei 9 von 13 Berufen liegen zwei Betriebe im selben Beruf weiter auseinander als der gefragteste und der knappste Beruf. Darunter steht dieser Abstand je Beruf als Faktor, rot markiert sind die Berufe, bei denen er größer ist als der Abstand zwischen den Berufen.
Kaufmännische Mitarbeiter
6 bis 312 · Faktor 52
Servicetechniker und Monteur
6 bis 114 · Faktor 19
Serviceberatung und Serviceannahme
13 bis 242 · Faktor 19
Verkäufer
18 bis 234 · Faktor 13
Elektroniker
6 bis 72 · Faktor 12
Kfz-Mechatroniker
6 bis 56 · Faktor 9
Lager und Logistik
12 bis 104 · Faktor 9
Bauingenieur und Projektleitung
8 bis 65 · Faktor 8
Anlagenmechaniker SHK
8 bis 62 · Faktor 8
Schreiner und Tischler
8 bis 31 · Faktor 4
Zimmerer
10 bis 32 · Faktor 3
Werkstattmeister und Werkstattleiter
7 bis 17 · Faktor 2
Ausbildungsstellen
13 bis 22 · Faktor 2
Kaufmännische Mitarbeiter
Faktor 52 · 6 bis 312 Bewerbungen
Servicetechniker und Monteur
Faktor 19 · 6 bis 114 Bewerbungen
Serviceberatung und Serviceannahme
Faktor 18,6 · 13 bis 242 Bewerbungen
Verkäufer
Faktor 13 · 18 bis 234 Bewerbungen
Elektroniker
Faktor 12 · 6 bis 72 Bewerbungen
Kfz-Mechatroniker
Faktor 9,3 · 6 bis 56 Bewerbungen
Lager und Logistik
Faktor 8,7 · 12 bis 104 Bewerbungen
Bauingenieur und Projektleitung
Faktor 8,1 · 8 bis 65 Bewerbungen
Anlagenmechaniker SHK
Faktor 7,8 · 8 bis 62 Bewerbungen
Schreiner und Tischler
Faktor 3,9 · 8 bis 31 Bewerbungen
Zimmerer
Faktor 3,2 · 10 bis 32 Bewerbungen
Werkstattmeister und Werkstattleiter
Faktor 2,4 · 7 bis 17 Bewerbungen
Ausbildungsstellen
Faktor 1,7 · 13 bis 22 Bewerbungen
In der Mitte dieser Liste steht ein Faktor von 8,7. Für einen mittleren Beruf aus unserer Auswertung brachte die stärkste Kampagne also rund 9-mal so viele Bewerbungen wie die schwächste im selben Beruf, während der gefragteste und der knappste Beruf nur um den Faktor 5 auseinanderliegen.
Den weitesten Abstand hat in dieser Liste der Beruf Kaufmännische Mitarbeiter. Dieselbe Mechanik brachte einem Betrieb 6 und einem anderen 312 Bewerbungen. Beide suchten denselben Beruf, beide bekamen dieselbe Bewerbungsstrecke, beide wurden von denselben Leuten betreut. Wäre allein der Arbeitsmarkt entscheidend, wäre dieser Unterschied kaum zu erklären.
Für einen Betrieb ist das die eigentliche Nachricht dieser Auswertung. Der Beruf setzt den Rahmen, aber innerhalb dieses Rahmens ist mehr Spielraum, als die Debatte über den Fachkräftemangel nahelegt. Wer sagt, in seinem Gewerk gebe es niemanden mehr, beschreibt damit häufig nicht das Gewerk, sondern die eigene Reichweite darin.
Woran dieser Abstand hängt
Woran der Abstand zwischen zwei Betrieben im selben Beruf hängt, sagen die Zahlen selbst nicht. Sie zeigen den Unterschied, aber sie erklären ihn nicht, weil wir Standort, Einzugsgebiet und Betriebsgröße nicht in auswertbarer Form erfasst haben. Was wir haben, sind die Gespräche mit den 107 Betrieben, und dort wiederholen sich drei Punkte.
Der erste ist die Fahrzeit. Ein Betrieb an einer Autobahnauffahrt hat für dieselbe Stelle einen deutlich größeren erreichbaren Kreis als einer im Seitental, obwohl beide auf der Karte gleich weit vom nächsten Ballungsraum entfernt liegen. Wer Anzeigen nach Luftlinie ausspielt, geht daran vorbei.
Der zweite ist, was der Betrieb überhaupt zeigen kann. Betriebe, von denen es echte Aufnahmen gibt, aus der eigenen Halle, von den Kollegen, den Fahrzeugen und den Maschinen, liegen in unseren Kampagnen regelmäßig über denen, bei denen es nur den Text gab. Deshalb kommen wir für die Aufnahmen in der Regel selbst in den Betrieb und drehen dort einen Tag lang. Wer nichts zeigt, wird mit jedem anderen Arbeitgeber in eine Reihe gestellt.
Der dritte ist die Zeit zwischen Bewerbung und Rückruf. Sie entscheidet nicht darüber, wie viele Bewerbungen eingehen, aber darüber, wie viele davon noch erreichbar sind. Deshalb rufen wir eingehende Bewerbungen zeitnah persönlich an und qualifizieren sie fachlich wie menschlich vor, bevor die passenden Kandidaten an den Betrieb gehen. Bleibt der Betrieb danach tagelang still, fällt die Kampagne trotzdem zurück.
Wie weit ein einzelner Betrieb über dem Median seines Berufs landen kann, zeigt ein Fall mit Namen. B.O.E. TECHNIK in Landsberg-Hohenthurm suchte 9 Monate lang Elektroniker und Servicetechniker für Zweiwegefahrzeuge, über eine Jobbörse und über einen Headhunter aus der Bahntechnik, ohne eine einzige Einstellung. Elektroniker liegen in unserer Auswertung bei einem Median von 20 Bewerbungen, die Kampagne brachte 68. Der Beruf war derselbe wie in den 9 Monaten davor, geändert hatte sich die Ansprache.
Führungsstellen liegen in der unteren Hälfte
Führungsstellen liegen in unserer Auswertung in der unteren Hälfte der Liste, deren mittlerer Beruf bei 23 Bewerbungen je Kampagne liegt. Werkstattmeister und Werkstattleiter kommen auf einen Median von 13, Bauingenieur und Projektleitung auf 20, beide gestützt auf je 6 Kampagnen und damit belastbar. Bauleiter liegen bei 13, dort stehen aber nur 3 Kampagnen dahinter, weshalb diese Zahl für sich genommen nichts trägt.
Eine naheliegende Erklärung wird trotzdem regelmäßig übersehen: Wer eine Werkstatt oder eine Baustelle führt, sucht selten aktiv. Diese Leute schauen nicht auf Stellenportale, sie sind eingebunden und werden gebraucht. Eine Führungsstelle wird deshalb nicht über Reichweite besetzt, sondern über Ansprache, und das dauert meist länger als bei einer Fachkraftstelle im selben Betrieb.
Für die Planung heißt das, eine Führungsstelle nicht mit derselben Erwartung anzusetzen wie eine Monteursstelle. Wer für beide dieselbe Zahl im Kopf hat, hält die Führungssuche für gescheitert, während sie in Wahrheit normal läuft.

Zwei Sätze über denselben Arbeitsmarkt
Zwei Sätze über denselben Arbeitsmarkt stammen aus Erstgesprächen, und nur einer davon führt zu einer Entscheidung.
Die Diagnose
Es gibt keine Handwerker mehr auf dem Markt.
Daraus folgt nichts, was ein Betrieb am Montag tun könnte. Der Satz beschreibt einen Zustand, den niemand ändern kann, und er stimmt für alle Betriebe im Ort gleichermaßen.
Die Frage
Wie viele Anlagenmechaniker im Umkreis von 30 Minuten wären bereit zu wechseln, wenn sie einen Grund hätten?
Diese Frage lässt sich beantworten, und die Antwort ist eine Zahl. Ab da geht es um den Grund, und der steht im Betrieb, nicht am Arbeitsmarkt.
Eine unabhängige Quelle sieht den Mangel an anderer Stelle
Eine unabhängige Quelle sieht den Mangel an anderer Stelle als unsere Zahlen, und dieser Widerspruch sagt mehr als eine Bestätigung. Unsere Zahlen stammen aus den eigenen Kampagnen und sind damit angreifbar, denn es sind unsere Kunden und keine Zufallsstichprobe. Eine Auswertung ohne jede Verbindung zu uns zeigt deshalb, wo zwei Messungen auseinanderlaufen und woran das liegt.
Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hat die Fachkräftelücke im Handwerk aufgeschlüsselt. Für 2022 kommt es auf zwei besonders betroffene Bereiche: die Bauelektrik, wo knapp 18.000 Fachkräfte fehlten, und die Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit fast 14.000. In diesen beiden Berufen konnten nach dieser Rechnung etwa acht von zehn offenen Stellen nicht besetzt werden.
Über alle Handwerksberufe hinweg fällt die Lücke deutlich kleiner aus. 2022 waren 236.818 Stellen ausgeschrieben, für 128.891 davon gab es rechnerisch bundesweit keine passend qualifizierten Arbeitslosen. Das ist eine Rechnung und keine Zählung: Besetzt werden Stellen auch von Menschen, die aus einem anderen Betrieb wechseln, und die tauchen in dieser Gegenüberstellung nicht auf.
In unserer Auswertung liegen Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klima mit einem Median von 22 qualifizierten Bewerbungen je Kampagne im Mittelfeld der 13 belastbaren Berufe, gemessen über 10 Kampagnen. Elektroniker liegen mit 20 ebenfalls nicht am unteren Ende. Das untere Ende bilden Schreiner und Tischler mit 10 und Werkstattmeister und Werkstattleiter mit 13, also Berufe, die in der Fachkräftelücke nicht an erster Stelle stehen.
Der Widerspruch löst sich auf, wenn man ansieht, was gezählt wird. Die Fachkräftelücke stellt passend qualifizierte Arbeitslose den offenen Stellen gegenüber. Unsere Zahlen zählen qualifizierte Bewerbungen, und die können auch von Menschen kommen, die heute in einem anderen Betrieb arbeiten. Dass es in einem Beruf kaum passende Arbeitslose gibt, heißt deshalb nicht, dass sich auf eine gute Stelle niemand bewirbt.
Quelle: KOFA Kompakt 5/2023, „Fachkräftemangel und Ausbildung im Handwerk 2023", Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung am Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Bezugsjahr 2022. Zur Studie
Welche Lösungen es gibt, und welche keine sind
Gegen den Fachkräftemangel im Handwerk hilft auf Betriebsebene im Kern eine Lösung: den erreichbaren Kreis vergrößern und die eigene Stelle darin attraktiver machen. Alles andere, was unter Lösungen verkauft wird, verteilt dieselben Menschen anders.
Was auf Betriebsebene wirkt, sind vier Dinge: die Ansprache derer, die nicht suchen, ein Bewerbungsweg ohne Hürden, eine Rückmeldung am selben Tag und ein Grund zu wechseln, der über Geld hinausgeht. Was nicht wirkt, ist eine höhere Prämie auf eine Anzeige, die niemand sieht.
Auf Branchenebene liegen die Hebel woanders, bei Ausbildung, Zuwanderung und Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Das kann ein einzelner Betrieb nicht entscheiden, und deshalb steht es hier nicht als Empfehlung.
Wie diese Zahlen entstanden sind
Die Zahlen dieser Seite stammen aus 181 eigenen Recruiting-Kampagnen in 107 Betrieben aus Handwerk, Bau, Industrie und Kfz, gefahren von Oktober 2024 bis September 2026. Gezählt sind qualifizierte Bewerbungen aus der Bewerbungsstrecke, also keine Klicks und keine Seitenaufrufe. Zusammen sind das 6.348 qualifizierte Bewerbungen über 29 Berufe.
Alle Kampagnen liefen mit derselben Grundmechanik: eigenes Bildmaterial statt Stockfotos, Ausspielung in den sozialen Netzwerken, Ausrichtung nach Fahrzeit statt nach Luftlinie. Nicht normiert waren Laufzeit, Budget, Region, Arbeitgeber und Inhalte. Die Auswertung zeigt deshalb beobachtete Unterschiede zwischen den Berufen und belegt nicht, dass allein der Beruf der Grund dafür ist.
Keine Kampagne ist wegen fehlender Bewerbungen ausgeschlossen. Eine Kampagne zählt in die Gesamtsumme, aber in keinen Beruf, weil ihre Bezeichnung nicht eindeutig ist. In den Grafiken dieser Seite steht ein Beruf erst ab 5 Kampagnen, weil eine Zahl darunter von einem einzelnen Betrieb gekippt werden kann. Die vollständige Methode mit allen Ausschlussgründen steht auf Bewerbungen pro Stelle.
Was diese Auswertung nicht ist
Unsere Auswertung ist keine Marktforschung. Die 107 Betriebe sind keine Zufallsstichprobe, sondern unsere Kunden. Es sind fast durchweg inhabergeführte Häuser mit 2 bis 90 Mitarbeitern, verteilt über die ganze Republik. Für einen Konzern mit Tarifbindung gelten diese Zahlen nicht, und für den bundesweiten Arbeitsmarkt sind sie kein Ersatz für amtliche Statistik.
Sie sagt außerdem nichts darüber, wie viele Stellen bundesweit offen sind. Arbeitsmarktzahlen erfassen gemeldete Stellen, unsere Zahlen erfassen qualifizierte Bewerbungen. Das sind zwei verschiedene Größen, und wer sie gegeneinander rechnet, bekommt eine Quote, die nichts bedeutet.
Und sie ist nicht auf die Zeit normiert. Laufzeit und Werbebudget je Kampagne liegen uns nicht auswertbar vor. Beim Vergleich der Berufe untereinander fällt das nicht ins Gewicht, weil sich kurze und lange Laufzeiten über mehrere Kampagnen hinweg aufheben. Für eine Aussage über Bewerbungen pro Monat trägt es nicht, und wir machen sie deshalb nicht.
Fragen zum Fachkräftemangel im Handwerk
Gibt es im Handwerk wirklich zu wenige Fachkräfte?
In unseren Zahlen gibt es keinen Mangel, der für das Handwerk als Ganzes gilt. Es gibt Berufe, in denen eine offene Stelle im Median 50 qualifizierte Bewerbungen brachte, und Berufe, in denen es 10 waren. Wer über das Handwerk als einen Block spricht, mittelt genau den Unterschied weg, auf den es für einen einzelnen Betrieb ankommt.
Welche Berufe sind am stärksten betroffen?
Am unteren Ende unserer Auswertung stehen Schreiner und Tischler mit 10, Werkstattmeister und Werkstattleiter mit 13 und Ausbildungsstellen mit 18 qualifizierten Bewerbungen je Kampagne im Median. Am oberen Ende stehen Serviceberatung und Serviceannahme mit 50 und Verkäufer mit 44. Für einen einzelnen Betrieb sagt diese Reihenfolge allerdings nur, wie schwer ein Beruf im Schnitt ist, und noch nicht, welche Zahl am eigenen Standort möglich wäre.
Warum finden manche Betriebe trotzdem Leute?
Manche Betriebe finden trotzdem Leute, weil der Betrieb offenbar mehr erklärt als der Beruf. Bei 9 von 13 Berufen liegen die schwächste und die stärkste Kampagne weiter auseinander als der gefragteste und der knappste Beruf. Bei Kaufmännische Mitarbeiter reicht die Spanne von 6 bis 312 Bewerbungen, und zwar mit derselben Bewerbungsstrecke und derselben Agentur.
Hilft mehr Gehalt gegen den Fachkräftemangel?
Das lässt sich aus unseren Zahlen nicht ableiten, weil uns die Gehälter der ausgeschriebenen Stellen nicht vorliegen. Auffällig ist nur, wo die Führungsstellen stehen: Werkstattmeister und Werkstattleiter kommen auf einen Median von 13 Bewerbungen, Bauingenieur und Projektleitung auf 20, und beide liegen damit unter dem mittleren Beruf der Liste mit 23, obwohl es Stellen mit langer Qualifikation und Verantwortung sind. Wer für diese Stellen mehr bietet, erreicht damit nicht automatisch mehr Menschen, weil die meisten von ihnen gar nicht suchen.
Woher stammen diese Zahlen?
Aus 181 eigenen Recruiting-Kampagnen in 107 Betrieben aus Handwerk, Bau, Industrie und Kfz, zusammen 6.348 qualifizierte Bewerbungen. Alle liefen mit derselben Grundmechanik. Nicht normiert waren dagegen Laufzeit, Budget, Region, Arbeitgeber, Inhalte und die Art der Medienproduktion. Die Zahlen zeigen deshalb beobachtete Unterschiede zwischen den Berufen, sie belegen deren Ursache nicht. Methode, Umfang und Ausschlüsse stehen vollständig auf der Seite Bewerbungen pro Stelle.
Lässt sich der Fachkräftemangel in einem einzelnen Betrieb lösen?
Den Fachkräftemangel selbst löst kein einzelner Betrieb, seine eigene Position darin kann er aber verändern, und die Spanne innerhalb eines Berufs zeigt, wie groß dieser Spielraum ist. Ein Betrieb am oberen Ende seines Gewerks hat nicht den besseren Arbeitsmarkt, sondern erreicht mehr von den Menschen, die es in diesem Gewerk gibt.
Weiterlesen und weiterverwenden
Weiterverwenden lassen sich die Zahlen dieser Seite mit Quellenangabe und Verweis auf diese Seite. Wer die Auswertung für ein bestimmtes Gewerk braucht, bekommt sie auf Anfrage. Was daraus für die eigene Suche folgt, steht auf Mitarbeiter finden, die Fälle mit Namen und Ergebnis stehen bei den Referenzen.
Wo steht Dein Gewerk in dieser Auswertung?
Wo Dein Gewerk in dieser Auswertung steht, klären wir im Erstgespräch: Wir gehen Beruf, Standort und Fahrzeiten durch und sagen Dir, welche Zahl für Deine Stelle realistisch ist, auch wenn sie niedrig ausfällt.
Kostenloses ErstgesprächQuellen und Stand
Alle Zahlen zu qualifizierten Bewerbungen stammen aus unserer eigenen Auswertung über 181 Kampagnen in 107 Betrieben, Stand 09.09.2026. Sie wird fortgeschrieben, sobald neue Kampagnen abgeschlossen sind. Methode, Ausschlüsse und Grenzen stehen vollständig auf Bewerbungen pro Stelle.
Die Zahlen zur Fachkräftelücke sind kein eigener Wert, sie stehen mit Herausgeber, Bezugsjahr und Prüfdatum im Quellenkasten darüber.
Was diese Zahlen nicht sagen: Die Fachkräftelücke stellt offene Stellen den passend qualifizierten Arbeitslosen gegenüber. Sie zählt nicht, wie viele Stellen am Ende wirklich unbesetzt geblieben sind, denn besetzt werden Stellen auch von Menschen, die aus einem anderen Betrieb wechseln. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.
Quellen
Zahlen aus eigenen Kampagnen stehen im Text und sind dort als solche gekennzeichnet. Hier steht, worauf sich alles Übrige stützt.
- [1]KOFA Kompakt 5/2023, Fachkräftemangel und Ausbildung im Handwerk 2023 · Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung am Institut der deutschen Wirtschaft Köln, geprüft am 26.08.2026Belegt: Dass 2022 rund 236.818 Stellen in Handwerksberufen ausgeschrieben waren und für 128.891 davon bundesweit rechnerisch keine passend qualifizierten Arbeitslosen zur Verfügung standen. Ebenso, dass in der Bauelektrik knapp 18.000 und in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik fast 14.000 Fachkräfte fehlten und dort etwa acht von zehn offenen Stellen nicht besetzt werden konnten. Bezugsjahr der Daten ist 2022.
Die Zahlen dieser Seite in je einem Satz
- Über 181 eigene Kampagnen in 107 Betrieben liegt der Median für Serviceberatung und Serviceannahme bei 50 Bewerbungen je Stelle und für Schreiner und Tischler bei 10. Zwischen dem stärksten und dem schwächsten Beruf liegt damit Faktor 5. Eigene Auswertung, Stand 09.09.2026.
- 2022 waren in Handwerksberufen 236.818 Stellen ausgeschrieben, für 128.891 davon gab es bundesweit rechnerisch keine passend qualifizierten Arbeitslosen. Quelle: KOFA Kompakt 5/2023, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Bezugsjahr 2022.
- In der Bauelektrik fehlten 2022 knapp 18.000 Fachkräfte, in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik fast 14.000. In diesen beiden Berufen konnten nach dieser Rechnung etwa acht von zehn offenen Stellen nicht besetzt werden. Quelle: KOFA Kompakt 5/2023, Bezugsjahr 2022.
- Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klima liegen in unserer eigenen Auswertung mit einem Median von 22 qualifizierten Bewerbungen je Kampagne im Mittelfeld der 13 belastbaren Berufe, obwohl die Fachkräftelücke dort nach KOFA Kompakt 5/2023 besonders groß ist. Eigene Auswertung über 10 Kampagnen, Stand 09.09.2026.
Herausgeber: Redline Grow, Stuttgart. Verantwortlich für den Inhalt: Danial Kashanian.
Zuletzt geprüft am . Geprüft heißt: Jede Zahl auf dieser Seite wurde an diesem Tag gegen die Quelle gehalten, die im Quellenkasten steht.
Zu jeder Zahl ist festgehalten, was genau gezählt wird, auf welchen Zeitraum sie sich bezieht und wo sie nachprüfbar steht. Das steht öffentlich auf Zahlen und Quellen.
Drei belegte Fälle dazu
Drei belegte Fälle aus Kältetechnik, Tiefbau und Zimmerei, in denen die Suche zu Einstellungen geführt hat.
Kälte- und Klimatechnik
Gaugele GmbH
Mechatroniker für Kältetechnik · 40 Bewerbungen
Tief- und Straßenbau
WAGNER Strassen-, Tief- & Rohrleitungsbau GmbH
Bauleiter und Tiefbaufacharbeiter · 63 Bewerbungen
Bau und Handwerk
Kurt Buck Baugesellschaft GmbH & Co. KG
Zimmerer, Tischler, Dachdecker, Auszubildende und Kranfahrer · 106 Bewerbungen
Wie das im eigenen Gewerk aussieht
Wie weit die Berufe eines Gewerks auseinanderliegen, zeigen die vier Seiten zu den Gewerken, jeweils mit den belegten Fällen, den Wechselgründen und den Berufen.
