
157 Bewerbungen mit der 4-Tage-Woche als Aufhänger
metallbau Heimsch hat 9 Mitarbeiter und sitzt in einem der teuersten Arbeitsmärkte Deutschlands.
Gegen Industriebetriebe mit Tarifbindung ist über das Gehalt nichts zu gewinnen. Der Betrieb hatte trotzdem ein Argument, es stand nur nirgends.
Wie das über einzelne Fälle hinaus abläuft, steht auf Mitarbeitergewinnung im Handwerk.

Bewerbungen
157
Einstellungen, verifiziert
1
Der Fall in Zahlen
Der Fall in Zahlen steht in denselben Angaben wie auf jeder Referenzseite, damit sich die Fälle nebeneinander lesen lassen.
Wie die Zahlen zu lesen sind. Gezählt werden qualifizierte Bewerbungen. Verifiziert heißt: von uns nachgehalten. Wo im Text mehr besetzte Stellen stehen als hier verifizierte, sind die übrigen besetzt, aber nicht von uns nachgehalten. Nicht erhoben haben wir, wie viele Bewerbungen fachlich passten und wie viele Gespräche daraus wurden. Diese Zahlen liegen uns nicht vor, deshalb stehen sie hier nicht.
Stand der Zahlen: 09.09.2026, abgeglichen mit unserer Kampagnenauswertung.
- Betriebsgröße
- 7 Facharbeiter, 1 Auszubildender, 1 Techniker
- Standort
- Stuttgart-Degerloch, Baden-Württemberg
- Gesuchte Stelle
- Metallbauer
- Zeitraum der Kampagne
- nicht erhoben
- Bewerbungen
- 157
- Einstellungen, verifiziert
- 1
157
Bewerbungen
1
belegte Einstellung
157 Bewerbungen für eine einzige Metallbauerstelle in Stuttgart. Das Argument dahinter gab es im Betrieb schon seit 2023: eine 4-Tage-Woche mit 37,5 Stunden. Sie stand nur an keiner Stelle, an der ein Bewerber sie hätte lesen können.
Das Argument, das schon im Haus war
Das Argument lag schon im Haus: Diese Punkte stammen aus dem Gespräch mit dem Chef, nicht aus einer Vorlage. Der erste war der Aufhänger der ganzen Kampagne.
- 4-Tage-Woche seit 2023, 37,5 Stunden, kaum Überstunden
- Überdurchschnittliches Gehalt im Vergleich zum örtlichen Markt
- Kräne und Hilfsmittel, damit die körperliche Belastung sinkt
- Kurze Wege zwischen Planung, Büro und Werkstatt
- Jeder arbeitet in Fertigung und Montage, keine festen Teams
- Junges Team mit flachen Hierarchien, Chef mit offenem Ohr
Warum diese Stelle schwer war
Schwer war die Stelle, weil kein Anfänger gesucht war. Der neue Kollege sollte nach Konstruktionszeichnung eigenständig arbeiten, mehrere Schweißverfahren beherrschen und seinen Arbeitsplatz sauber halten.
Wer das kann, steht in Arbeit und liest keine Stellenanzeigen. Dazu kommt der Standort.
Stuttgart ist einer der teuersten Arbeitsmärkte Deutschlands, und im Umkreis werben Industriebetriebe mit Tarifbindung um dieselben Leute. Ein Betrieb mit 9 Mitarbeitern konkurriert dort um Aufmerksamkeit, nicht nur um Gehalt.
Erschwerend kam dazu, dass zwei Stellen gleichzeitig offen waren und der Betrieb parallel den Umzug und den Generationswechsel stemmte.

Vom Übernehmen zum Übergeben
2004
Bernhard Stöhr übernimmt den Betrieb von Herrn Heimsch
2023
Umstellung auf die 4-Tage-Woche mit 37,5 Stunden
2024
Umzug an den neuen Standort in Stuttgart-Degerloch
Ende 2024
Übergabe an die nächste Generation, Moritz Stöhr
Wie die Kampagne lief
Die Kampagne lief mit der 4-Tage-Woche als Aufhänger. Sie stand nicht im Kleingedruckten, sondern in der Anzeige ganz vorne, zusammen mit der Rechnung dahinter: 4 mal 9 Stunden plus ein Arbeitsfreitag im Monat mit 6 Stunden.
Das ist im Metallbau selten genug, um Leute anzuhalten, die eigentlich nicht suchen. Dazu kamen Aufnahmen aus der Werkstatt in Degerloch, damit Bewerber sehen, wo sie arbeiten würden.
Parallel haben wir die Karriereseite neu gebaut, damit jeder, der den Betrieb googelt, etwas Vernünftiges findet. Der Bewerbungsweg ist zwei Minuten lang und braucht keine Unterlagen.
Wie diese und fünf weitere Kampagnen aufgebaut waren und was eine Kampagne kostet, steht unter Recruiting Kampagne.
Sieben Monate, drei Anzeigentexte
Die Stelle war 7 Monate offen, bevor sich etwas bewegte. Ausgeschrieben wurde sie mehrfach auf Indeed und StepStone, jedes Mal mit einem anderen Text, weil der vorherige nichts gebracht hatte.
Es kamen wenige Bewerbungen, und die passten fachlich fast nie. Vereinbarte Gespräche platzten.
Nebenbei fragte der Chef in seinem eigenen Umfeld herum, bei Lieferanten und bei den eigenen Leuten, denn im Metallbau kennt jeder jeden. Nur hatte niemand jemanden frei.
Dazu kamen der Umzug nach Degerloch und die Übergabe an die nächste Generation, und neben diesem Tagesgeschäft blieb für eine ordentliche Suche schlicht keine Zeit.

Warum es nicht am Gehalt lag
Der Fall zeigt, dass ein kleiner Betrieb in einem der teuersten Arbeitsmärkte Deutschlands nicht über das Gehalt gewinnen muss. Die 4-Tage-Woche war das Argument, das aus 157 Bewerbungen wurde.
Sie stand schon vorher im Betrieb, sie stand nur nirgends, wo jemand sie hätte lesen können. Der eigentliche Hebel war nicht mehr Werbebudget, sondern eine Antwort auf die Frage, warum jemand einen sicheren Job kündigen sollte.
Diese Antwort hatte der Betrieb längst, sie musste nur nach vorne.
Der Betrieb in Zahlen
- Standort
- Stuttgart-Degerloch
- Übernommen
- 2004, Übergabe an die 2. Generation Ende 2024
- Arbeitszeit
- 4-Tage-Woche, 37,5 Stunden
- Auftraggeber
- überwiegend Stadt Stuttgart, dazu private Bauherren
Warum Degerloch der Unterschied war
Stuttgart-Degerloch liegt auf der Filderebene über der Stadt, gut erreichbar über die Stadtbahn und die B27. Für den Betrieb ist das ein Vorteil: Wer im Süden Stuttgarts oder auf den Fildern wohnt, hat einen kurzen Weg. Genau darauf haben wir die Kampagne ausgerichtet, statt sie über die ganze Region Stuttgart auszugießen.
Ein Metallbauer, der 50 Minuten pendeln müsste, wechselt selten. Einer, der 15 Minuten braucht, hört zu.
Mehr dazu, wie der Arbeitsmarkt in der Region funktioniert, steht auf der Seite Recruiting-Agentur in Stuttgart.
Warum hier kein Marktvergleich steht
Ein Marktvergleich steht hier nicht, weil wir Metallbauer bisher in nur zwei Kampagnen erfasst haben. Aus zwei Werten einen Median zu bilden und ihn als Maßstab auszugeben wäre ein Artefakt der dünnen Datenlage, kein Marktbefund. Wo die Berufe stehen, für die die Datenlage reicht, steht in unserer Auswertung über 181 Kampagnen.

Du hast auch ein Argument, das nirgends steht?
Dein Argument, das nirgends steht, suchen wir im Erstgespräch. In den Onboarding-Gesprächen ist es selten das Gehalt und häufig etwas, das im Betrieb längst gilt.
Karriereseite und Kampagne aus einer Hand
Karriereseite parallel zur laufenden Kampagne. Der Betrieb hat die 4-Tage-Woche seit 2023, es stand nur nirgends, wo ein Bewerber es hätte lesen können. Aus der Kampagne wurden 157 Bewerbungen. Anschauen kannst Du das Ergebnis unter heimsch-metallbau.de/karriere. Was zu so einem Projekt gehört, steht unter Karriereseite erstellen lassen.
Wie die Suche nach Metallbauer unabhängig von diesem Betrieb abläuft, steht auf Mitarbeiter finden. Womit ein Betrieb im Metallbau rechnen kann, mit Median, Spanne und Fallzahl, steht in unserer Auswertung der Bewerberlage. Was wir dabei zusagen, steht auf Einstellungsgarantie, und weitere Betriebe mit Namen und Zahl bei den Referenzen.
Woher die Zahlen kommen: Zu jeder Zahl auf dieser Website ist festgehalten, was genau gezählt wird, auf welchen Zeitraum sie sich bezieht und wo sie nachprüfbar steht. Das steht öffentlich auf Zahlen und Quellen.
